Beratung
 


Liebe Schülerinnen! Liebe Schüler! Sehr geehrte Damen und Herren!

Es ist egal welcher Religion Sie angehören, welche Nationalität Sie haben.

Ob Sie von Zwangsheirat bedroht, körperlich oder seelisch misshandelt werden, so wie ich es selbst erfahren musste.

Dann sollten wir füreinander da sein.

 
 

   Beratung/Soforthilfe
 


Sollten auch Sie Hilfe oder einen guten Rat brauchen habe ich immer ein offenes Ohr für Sie und stehe gerne zur Verfügung.

Handy: 0172 - 26 39 593
fatma.b@t-online.de

 
 

 

   Kulturen finden
 


Wir leben in einem Land, welches sich durch Demokratie und Gesetze gegen Menschenrechtsverletzungen hervorhebt. Auch ich bin in diesem Land aufgewachsen, aber es war nicht Möglich, mich unter den Schutz dieser Demokratie und Gesetze zu stellen.

Als ich im Alter von 9 Jahren hierher kam, isolierte meine Familie mich vor der deutschen Gesellschaft und es zählten nur die „Gesetze" der Familie. Mir wurde vermittelt, dass ich als Mädchen und später als Frau keine Rechte habe und nur allein dem Mann, den ich später heiraten sollte, Gehorsam schulde.

Ich hatte keine Ahnung von Hilfsorganisationen, Beratungsstellen oder anderen Institutionen, welche mir in meiner eigenen Situation hätten helfen können. Selbst bei meiner Flucht vor Zwangsheirat und meiner Familie konnte ich keine Hilfe von unserem Staat erwarten. Als ich die Polizei aufsuchte und meine Not erklärte, stieß ich nur auf Unverständnis und man unterstellte mir sogar, dass ich Geschichten erzählen würde.

Die heutige Situation erinnert mich oft an meine damalige eigene Hilflosigkeit. Die Themen Ehrenmorde, Zwangsheirat und Häusliche Gewalt sind zwar in der Öffentlichkeit gewachsen, aber das Hilfsangebot reicht bei weitem noch nicht aus.

Ich spreche hier nicht nur von meinem Volk, den Türken und Kurden, sondern es sind Länder wie Pakistan, Jordanien, Marokko, Albanien, Brasilien, Griechenland und Italien betroffen, in denen die Frauen von traditionell patriarchalischen verfestigten Familienstrukturen umgeben sind. Es beschränkt sich also nicht nur auf den islamischen Kulturkreis, in denen Zwangsheirat, Ehrenmorde und Häusliche Gewalt (bis hin zu Steinigungen) als Mittel zum Zweck dienen.

Mir selbst wurde die Tradition in Form von Religion vermittelt, welche maßgeblich in den ersten und wichtigsten Jahren meines Lebens war. Mein Umfeld und ein Privat-Imam gaben das patriarchalische, konservative, frauenfeindliche Bild in Form unserer Religion wieder.

Um diesen falschen Eindruck der Religion auch den heute Betroffenen nahe zu bringen, ist es um so wichtiger, den engen Kontakt zu den Migranten in Deutschland zu suchen. Aufklärung und die Beteiligung an der Lösung der Probleme von den Betroffenen, sind hierbei die Grundlagen einer Konstruktiven Hilfe.

Ich versuche mit meinen Lesungen und Seminaren genau diesen Weg zu den Kulturen zu finden, dass die Betroffenen das Unrecht in ihrer Situation erkennen und bekämpfen.

Ich vermittle dem Bruder, dass er nicht der Mörder seiner Schwester sein darf. Ich vermittle der Tochter, dass sie das Recht auf freies Leben hat, ohne die Familie dadurch verlieren zu müssen, ich vermittle der jungen Frau, dass sie den Mut hat, gegenüber ihrer Familie ihr Recht zu vertreten, ihren Ehemann selbst zu wählen. Den Familien vermittle ich, dass sie mit ihrem Zwang, Druck und Gewalt ihre Kinder von sich treiben und der Familienverbund zerbricht.

Daher fordere ich, dass die Politiker und die deutsche Gesellschaft mit der ausländischen Gesellschaft zusammenarbeiten und ehrlich den Problemen und deren Lösungen gegenüber stehen. Es wird keiner für sich alleine einen Weg finden. Wichtig ist der permanente Austausch von Informationen, Kontakten und Gesprächen. Den Betroffenen müssen mehr Hilfsangebote zur Verfügung gestellt werden und den Familien müssen Menschenrechte und Demokratie näher gebracht werden.

Es soll nicht die Religion verboten werden, sondern nur das was in sie hineininterpretiert wird, um einen traditionellen Nutzen daraus zu ziehen. Es ist sehr wichtig, in der heutigen Diskussion die Probleme anzugehen, ohne hierbei alle Migrantenfamilien, insbesondere die Muslime, an den Pranger zu stellen.

 
 

   Meine Geschichte
 


Es gab in meinem Leben viele schwierige Situationen und Entscheidungen, denen ich allein gegenüber stand. Insbesondere die Zeit, als meine Eltern versuchten, mich gegen meinen Willen mit einem Mann zu verheiraten, den ich nicht kannte und auch nie gesehen hatte.

In meiner Verzweiflung wusste ich nicht, welchen Leuten ich mich anvertrauen konnte. Wer würde meine Interessen gegenüber meinen Eltern vertreten? Die Macht meiner Familie war so stark, dass ich mich dem nicht gewachsen fühlte. Es gab Freunde und Familienangehörige die mir rieten, mich der Entscheidung zu beugen, um den Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen bzw. die Ehre meiner Familie nicht zu "beschmutzen".

Andere Freunde meinten, ich sollte so schnell wie möglich mein Elternhaus verlassen, was für mich vorerst eine undenkbare Lösung war. Ohne Zukunftsperspektiven und mit der Angst vor Rachefeldzügen meiner Familie, konnte ich mir ein anderes Leben nicht vorstellen.

Der Druck und Zwang seitens meiner Familie wuchs von Tag zu Tag. Selbst in Alltagssituationen, wie z. B. Schulveranstaltungen oder Ausflüge wurde es mir verwährt, an diesen teilzunehmen. Meine Sehnsucht nach einem eigenständigen Leben, wurde immer größer und führte letztendlich zu dem größten Schritt in meinem Leben.......

Aus diesem Grund hab ich schon vielen Schülerinnen Frauen und Männern mit Rat und Tat zur Seite gestanden, die in ähnlichen Situationen leben mussten.

 
 

 
     
 
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